Reisen nach Kontinent / Asien

Verbeuge dich um ‘Hallo’, ‘Auf Wiedersehen’ und sogar ‘Danke’ zu sagen.

Die formloseste Verbeugung hat eine Neigung von etwa 15 Grad. Um Kunden zu begrüßen oder jemandem zu danken (die Geschäftsverbeugung) verbeugt man sich um circa 30 Grad. Für die formellste Verbeugung (tiefer Respekt, Dankbarkeit oder eine formelle Entschuldigung) verbeugt man sich um 45 Grad und schaut dabei auf die eigenen Füße.

Wenn du dich verbeugst, beachte Folgendes:

-       deine Füße müssen zusammen sein

-       Jungs halten die Hände an der Seite (Finger zusammen)

-       Mädchen halten die Hände vorn auf ihren Oberschenkeln (Finger zusammen)

-       verneige den ganzen Oberkörper, nicht nur den Kopf

Die Sitte des Verbeugens ist uralt. Wahrscheinlich begann es mit einer Art Niederwerfung, einer Haltung für Sklaven, die vor ihren Herrschern auf dem Boden liegen. Mit anderen Worten: Diese Form der Höflichkeit begann als Zeichen der Unterwerfung.

Andere wiederum glauben, die japanische Verbeugung stamme aus den Tagen der Samurai. Wenn zwei Samurai-Krieger sich begegneten, verneigten sie ihre Köpfe, um einander den Nacken zu zeigen. Damit zeigten sie, dass sie dem anderen vertrauten, dass er ihnen nicht den Kopf abschlagen würde.

In dieselbe Richtung geht der Umstand, dass Menschen sich beim Handschlag fast immer die rechte Hand geben: Historisch bedingt war die rechte Hand die Hand, mit der man das Schwert führte. Jemandem seine Hand anzubieten war deshalb ein Zeichen des Friedens und Vertrauens – man zeigte damit, dass man keine Waffe trägt.

Die Sitte des Hutziehens hat auch gewisse Ähnlichkeiten mit dem Verbeugen: Man zeigt einander die verletzlichsten Körperteile als Zeichen des Vertrauens und grüßt sich so.

In europäischen Kulturen ist das Verbeugen historisch betrachtet eine rein männliche Sitte. Frauen vollführen stattdessen traditionellerweise einen Knicks: Beide Knie werden gebeugt, wobei ein Bein nach hinten gezogen wird und den Boden entlang schleift, während der Oberkörper aufrecht bleibt. Es ist ungefähr so wie bei Balletttänzern, die auf der Bühne Applaus empfangen: Die Tiefe der Verbeugung oder des Knicks zeigt – ähnlich der japanischen Verbeugung - wie viel Dank man erweisen möchte.