Wenn du einem Chinesen ein Kompliment machst, dann sei nicht beunruhigt, wenn er mit ‘na li, na li’ antwortet. Das heißt nicht, dass er dein Kompliment nicht schätzt. Er bedankt sich nur auf sehr demütige Weise, indem er etwas wie ‚Oh, es war nicht der Rede Wert!’ sagt. Chinesen werden traditionell dazu erzogen, stets Demut zu zeigen.
Die Gepflogenheit, mit den Fingern zu klopfen, kann man bis in die Qing Dynastie zurückverfolgen: Der Kaiser Qian Long liebte es, verkleidet zu reisen, um sein Land und das Leben seiner Untertanen zu beobachten. Wo auch immer er hinfuhr, versäumte er jedoch nie, seinen Lieblingsort, das Teehaus aufzusuchen. Eines Tages war er von einem örtlichen Kellner sehr beeindruckt. Der Kellner konnte sich vorbeugen und dabei den Tee ausgießen ohne einen einzigen Tropfen zu verschütten. Der Kaiser war so beeindruckt, dass er es selbst ausprobieren wollte. Er goss Tee für sein Gefolge ein, das in größte Verlegenheit geraten war: Es wusste, dass es nicht mit dem kowtow reagieren durfte, denn das hätte die Tarnung des Kaisers auffliegen lassen. Aber irgendwie musste man sich bedanken. Da hatte einer seiner Begleiter die geniale Idee: Er klopfte sanft mit drei Fingern auf dem Tisch. Ein Finger sollte seinen gebeugten Kopf, die anderen beiden seine niedergeworfenen Arme darstellen. So hat dieser Brauch angefangen.
Obwohl das Klopfen in der südchinesischen Kultur gebräuchlich ist, benutzt man es in anderen Teilen Chinas nur in Situationen, in denen es schwierig ist, sich mit Worten zu bedanken - zum Beispiel, wenn man mitten im Gespräch mit jemandem ist.